In einem meiner letzten Beiträge habe ich darüber geschrieben, dass ich viel Wert auf die Meinung anderer lege und dabei vor allem auf die Meinung ganz bestimmter Personen – meinem Freund, meinen Freundinnen und meiner Mentorin. Ihr verdanke ich sehr viel in den letzten Jahren. Ich möchte sie euch kurz vorstellen und euch erklären, warum sie so wichtig ist für mich…
Begonnen hat alles mit ihrem Fach während meines Studiums, dabei ging es um die drei großen Paradigmen des Lernens “Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus”. Da ich das Thema bereits in der Schulzeit in Psychologie ausführlich gelernt hatte, war das Fach nicht besonders spannend für mich und ich saß meistens mit einem Rätselheft in der Vorlesung. Witzigerweise fallen mir heute immer wieder Dinge aus dem Fach ein, obwohl ich nicht bewusst aufgepasst habe. Da ich der Meinung war, dass ich mich eh auskenne, lernte ich nicht viel für die Klausur, was sich dann als schlechter Schlachtplan herausgestellt hat. Naja, Studium hab ich ja trotzdem geschafft.
Zurück zu meiner Mentorin: Wenn wir heute über die damalige Vorlesung sprechen, müssen wir immer schmunzeln, denn ich hab sie ignoriert und, da ich ihren Vortrag nicht gestört habe, sie mich. Die Wendung kam dann mit meiner Bachelorarbeit, deren Kernpunkt die Evaluation einer Lernsoftware war. Als ich 2009 den Antrag für diese Arbeit gestellt hatte, dachte ich an einen ganz anderer Professor, welchen ich mir als Betreuer wünschte. Doch wie es im Leben so ist – es kommt immer anders als man denkt.
Aus heutiger Sicht hätte mir vor zwei Jahren nichts besseres passieren können, denn meine Betreuerin stellte sich als “Goldengel” heraus. Sie hat sehr viel Geduld bewiesen, denn sie hat sich meine tausend Ideen, welche ich am liebsten alle gleichzeitig umgesetzt hätte, angehört und mir auch noch zugesprochen, als ich mein absolutes Tief hatte und gar nichts mehr machen wollte. Dank ihr habe ich meinen Elan zurückbekommen und die Arbeit durchgezogen und vor allem meinen Abschluss geschafft, obwohl ich schon Vollzeit Arbeiten ging.
Seit der damaligen Zeit blieben wir in ständigem Kontakt und haben derzeit zwei gemeinsame Projekte, welche in den nächsten Monaten abgeschlossen werden sollen. Besonders freue ich mich für sie, dass sie die Professur erhalten hat, für die sie gemacht ist. Ich wünsche ihr einen erholsamen Urlaub und viel Energie für die nächste Zeit, denn es wird leider nicht einfach, da sie bei tausend Sachen mitmacht und viele Projekte und Studenten unterstütz. VIEL GLÜCK FÜR DIE ZUKUNFT UND DANKE FÜR ALLES!
Allgemein zum Thema Mentor hab ich auch noch was zu sagen: Ich habe das Konzept eines Mentors anfangs nicht verstanden und schon gar nicht, wenn einem einer zugewiesen wird. Woher will ein Dritter wissen, dass sich die Vorstellungen, Interessen und Themen zweier Personen überschneiden, gerade wie es im Studium häufig ist. Wenn es tatsächlich eine hohe Trefferquote gibt, dann herzlichen Glückwunsch, ich kann es mir nur schwer vorstellen. Da ich im Studium zwei verschiede Betreuerinnen hatte, kann ich sagen, dass ich durch Zufall zu meiner Mentorin gekommen bin.
Genauso wichtig finde ich die Frage, was ist denn eigentlich ein Mentor? Definieren würde ich solche Personen als gute Zuhörer mit einschlägigem Fachwissen, dass zu mir passt. Wichtig finde ich vor allem, dass der Schützling seinem Mentor alle Ideen und Vorstellungen berichten kann, ohne dass dieser ihm/sie auslacht. Ein Mentor bietet somit eine intellektuelle Spielwiese für Ideen und Gedanken, spinnt diese mit seinem Schützling durch und bringt diese(n) somit zu der besten Lösung für ihn/sie.
Mich würde eure/deine Meinung zu diesem Thema interessieren. Würde mich über Kommentare sehr freuen.